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Neue Fotos….
22.5.2010 von admin.
Geschossen natürlich von der unverzichtbaren Julia - Du bist grossartig!!







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Virtuose, Poet, Sänger: Kai Adomeit spielt auf dem neuen Konzertflügel im Herrenhaus Edenkoben
16.2.2010 von admin.
…Adomeit war freilich hochgradig geeignet, die Möglichkeiten, Qualitäten und das sonore Profil des Flügels eindrucksvoll vorzuführen. Versteht er es doch wie wenige, das Klavier zum Klingen zu bringen. Unter seinen Händen entfaltete der Steinway die ganze Pracht seines vollen, pastosen Tons.Zu Pate stand bei diesem Debüt Robert Schumann mit seinen beiden ersten Klaviersonaten (Nr.1 in fis-moll Op.11 und Nr.2 in g-moll Op.22), die Adomeit vor genau einem Monat auch in Mannheim gespielt hatte. Seine Aufführungen in Edenkoben bestätigten die Mannheimer Eindrücke…..Adomeit verfügt uneingeschränkt über den herrischen Zugriff und den Impetus des Tastenlöwen (im positiven Sinne dieses Wortes), beherrscht - und begreift - Schumanns in jeder Hinsicht äusserst anspruchsvolle Sonaten absolut überlegen.Sein Spiel nahm die begeistert mitgehenden Hörer durch nachgerade unbändigen gestalterischen Willen gefangen. Mit stürmischem Nachdruck beschwor Adomeit Schumanns romantische Klangwelt der Träume, Sehnsüchte, Albträume und Obsessionen mit ihrem Überschwang der Gefühle. Zugleich vollzog er in zwingender Klarheit den gedanklichen Gehalt dieser Musik, das Ringen ihres Schöpfers um die kompositorische Struktur (konkret gesagt, mit den Perspektiven der Sonatenform nach Beethoven).Andererseits erhielten die musikalischen Gestalten durch die differenzierte Charakterisierungskunst des Pianisten prägnante Umrisse. Alles wirkte lebendig, leidenschaftlich, wahrhaftig. Ein Kapitel für sich bildeten die ungemein sensiblen, feinen Farbschattierungen und nicht zu vergessen ist schliesslich Adomeits beredte Phrasierung, ganz besonders im zweiten Satz der g-moll-Sonate; da war ein Sänger am Konzertflügel am Werk.Enthusiastischer Beifall zum Schluss des Programms und gleich vier Zugaben: Liszts “Mephisto-Walzer”, ein frappant brillanter Virtuosenstreich, Chopins zweite Ballade in F-Dur, anrührend poetisch gespielt, Earl Wilds Klavieranrrangement von Tschaikowskys pas de quatre aus “Schwanensee” und die Aria aus Bachs “Goldberg-Variationen”.Die Rheinpfalz, 16.02.2010
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Geoffrey Tozer 1954 - 2009
23.11.2009 von admin.
Vor kurzem stiess ich in der Online-Ausgabe des “Australian” auf einen Artikel von Stuart Rintoul: “The life and death of Geoffrey Tozer”. Tief betroffen las ich den traurigen Nachruf auf einen Mann dem das Leben schwer fiel und auf einen Pianisten, der wohl auch vielen seiner Kollegen ein Fremder blieb. Warum?Geoffrey Tozer wurde 1954 in Indien geboren, kehrte als vierjähriger in die australische Heimat zurück und zeigte bald ein ungewöhnlich starkes musikalisches Talent.Mit 9 Jahren trat er zum ersten Mal mit einem Orchester auf und führte bereits als zwölfjähriger (!) die 5 Beethoven-Konzerte öffentlich auf.Nach Erfolgen auf internationalen Wettbewerben stürzte er sich ins weltweite Konzertleben und erlebte 1988 mit der Veröffentlichung der Klavierkonzerte von Nikolai Medtner seinen grossen Durchbruch.Etwa zu dieser Zeit stiess auch ich zum ersten Mal den Namen Geoffrey Tozer und kaufte mir die CDs.Welche Offenbarung! Zum einen natürlich die Entdeckung nicht etwa zu Recht vergessener Konzerte der Spätromantik - welche Meisterwerke die 3 Konzerte von Medtner sind war damals beileibe noch nicht Allgemeingut, die Aufnahmen von Nikolai Demidenko, Dmitri Alexeev oder Geoffrey Douglas Madge kamen erst Jahre später und die alte Michael Ponti-Aufnahme des 3.Konzerts war schwer zu beschaffen.Der Geniestreich des 1.Konzerts etwa, in dem Medtner sämtliche Formprinzipien nicht nur über den Haufen wirft sondern neu erfindet. Das ernste 2.Konzert, in dem Klavier und Orchester eng verzahnt miteinander um das thematische Material kämpfen, oder das glänzende, extrovertierte 3.Konzert.All dies interpretiert von einem hervorragenden Orchester (Philharmonia), einem kompetenten Dirigenten (Neeme Järvi) und eben von Geoffrey Tozer, der in den folgenden Jahren bei Chandos in dichter Folge Platte um Platte herausbringen sollte, fast immer mit ungewöhlichem, eher am Rande liegenden Repertoire: Die Werke für Klavier und Orchester von Respighi, das 3.Konzert von Tschaikowsky, Konzerte von Rimsky-Korsakov, Roberto Gerhard und Rawsthorne, Klavierwerke von Busoni und Bartok und, natürlich, von Medtner, für Tozer eine Lebensufgabe.So nahm er neben 2 CDs mit Liedern, den Klavierkonzerten und den ersten zwei Violinsonaten (mit Lydia Mordkovitch) praktisch das gesamte Soloklavierwerk auf.Diese Aufnahmen begleiten mich seit langer Zeit auf meinem iPod und immer wieder entdecke ich neues darin und kann nicht aufhören zu staunen: Über die komplexen Meisterwerke eines Komponisten, der bis heute ein Geheimtip geblieben ist und über seinen Interpreten.Welch ein Wunder etwa die Aufnahme der beiden Sonaten Op.53: In der ersten (Sonata Romantica), noch eine der häufiger von Pianisten aufs Programm gesetzten, überrascht Tozer mit grosser emotionaler Zurückhaltung und bringt gerade auf diese Weise das Werk zu grosser Wirkung. Die zweite Sonate (Sonata minacciosa) zeigt einen verwandelten Pianisten: Tozer spielt, als ginge es um sein Leben. Gegensätze treibt er bis ins Extrem, so sehr er den Flügel in den langen virtuosen Strecken an die Grenzen seiner klanglichen Möglichkeiten treibt so sehr berühren die lyrischen Passagen an der Grenze des Verstummens.Dies vor allem war eine Qualität Tozers: Nie wirkt etwas nur gleichgültig heruntergespielt, immer ist eine Aussage in seinem Spiel zu hören, eine verletzliche innere Stimme die insbesondere in den leisen, lyrischen Passage aufs tiefste berührt.Alles in allem eine Aufnahme die jeder Pianophile gehört haben sollte, nicht nur wegen des Pianisten sondern auch wegen des Repertoires, denn nirgendwo anders kann man Medtner in solcher Vollständigkeit hören.Geoffrey Tozer starb nach einer langen Zeit des Rückzugs vom Podium im Oktober 2009 in Melbourne, im Alter von nur 55 Jahren .Uns bleiben Seine Aufnahmen, das Vermächtnis eines ebenso unangepassten wie aussergewöhnlichen Musikers.
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