Jahr: 2023

Eine Begegnung mit John Ogdon (1937-1989)

Es war, wie ich rekonstruieren konnte, der 14.Juli 1988. Ich war mit einer Kollegin nach London geflogen (Londons Notenantiquariate waren damals der Traum eines jeden Musikers!) und wir waren mit dem Taxi unterwegs in die City, als sie plötzlich „STOP!“ rief. Der Taxifahrer fuhr vor Schreck fast in den Gegenverkehr ..“warten Sie einen Moment!“..und sie zerrte mich zu einem Plakat: John Ogdon plays Sorabji Opus Clavicembalisticum. Ich erinnere mich noch, als sei es gestern, an meine erste Reaktion: „Ogdon? Der lebt noch?“ Denn der Sieger des Tschaikovsky-Wettbewerbs von 1962 (geteilter 1.Preis, gemeinsam mit Vladimir Ashkenazy) war mir zwar durch einige phänomenale EMI-LPs ein Begriff, war aber so vollkommen aus dem Klassikbetrieb verschwunden (während Vladimir Ashkenazy gleichzeitig einer, wenn nicht der präsenteste Pianist dieser Zeit überhaupt war), dass ich davon ausgehen musste, ihm sei etwas zugestossen – dem war auch in der Tat so, aber dazu später.  Wir fuhren also zur Queen Elizabeth Hall und ich suchte in meinem Kopf zusammen, was ich über Sorabjis Opus Clavicembalisticum wusste: Sehr, sehr lang, unspielbar, der Komponist hatte vier …

Mein iPad im Konzert – Rucksack, wie er sich nach vielen Jahren on the road herauskristallisiert hat:

iPad mit geladenem Akku, Pencil, allen benötigten Noten in der App und überprüfter Synchronisation (dazu genügt es in meinem Falle, NewZik im heimatlichen WLAN kurz zu öffnen) Reserve-iPad mit geladenem Akku und Pencil (auch dieses synchronisiert, natürlich) Starkes, schnelles Ladegerät mit mehreren Anschlüssen. Kleines, leichtes Reserve-Ladegerät. Bluetooth-Kopfhörer (immer nützlich). Blätterpedal, geladen (Übrigens hält dieser Akku sehr lange durch, die angegebenen 30-40 Betriebsstunden erscheinen mir realistisch). 3 USB C-Kabel (eines kann immer kaputtgehen..). Handy mit ebenfalls synchronisiertem Newzik. Da meine iPads reine WLAN-Modelle sind, gehe ich auch mit dem Hotspot des Handys ins Netz, das verbraucht Strom, deswegen….. Ladekabel fürs Handy. Für Aufnahmen: Ein offener, kabelgebundener Kopfhörer (kein teures Luxusgerät, muss nur bequem sitzen und eine 6,3mm-Klinke haben). Handtuch (50×100) zum Zusammenrollen, falls ich das iPad doch in den Flügel legen möchte – neben klanglichen Vorteilen sieht man so übrigens den Dirigenten oder auch Kammermusikpartner sehr viel besser… Falls es ins Ausland geht: Passende Steckdosenadapter!

Paul Dan (1944-2023) – unsterblicher Lehrer und Freund

Es ist schon wieder fünf Jahre her und erscheint mir doch wie gestern, als ich die Laudatio für Paul anlässlich seiner Verabschiedung an der Mannheimer Musikhochschule halten durfte. Wir alle wussten um seine Krankheit, die ihm so früh die Tasten aus der Hand genommen hat – und doch hielt ich ihn immer für unsterblich! Nun ist er gegangen, und ich habe beschlossen, meinen Text aus dem Jahr 2018 umzuarbeiten, obwohl…ein Nachruf?  Auf Paul? Ich kann mir gut vorstellen, wie er an seinem Flügel auf Wolke sieben sitzt, Schubert spielt, den Kopf schüttelt und sagt: „Nun nehmt das mal alles nicht so furchtbar ernst!“ Nein, viel eher warte ich darauf, dass er um die Ecke kommt, kurz den Text überfliegt und sagt: „Das ist ja FURCHTBAR! Das hat doch wirklich noch viel Zeit!“ Denn das erste, was mir in den Sinn kommt, wenn ich an ihn denke, ist sein Lachen, sein ansteckendes Lachen, dass er so oft im Gesicht hatte – wohl wenige Musiker können von sich sagen, mit so viel Spass und Vergnügen an die …